Der aktuelle Akademieleiter des VfL Gummersbach und einer der renommiertesten Nachwuchsexperten Deutschlands wechselt zum 1. Juli 2026 nach Köln
Die JSG Handball Köln setzt ein weiteres starkes Zeichen für den nächsten Entwicklungsschritt: Jörg Bohrmann, seit 2020 Akademieleiter des VfL Gummersbach, wechselt nach sechsjähriger Tätigkeit beim Traditionsverein zur JSG Handball Köln und übernimmt dort zum 1. Juli 2026 die Position des Sportlichen Leiters. Der ehemalige Bundesligaspieler, deutsche Vizemeister, zweifache Europapokalsieger, A-Lizenz-Trainer und langjährige Nachwuchs- und Akademieleiter wird künftig die sportliche Entwicklung der Trainer und Spieler verantworten. Zusätzlich wird Bohrmann gemeinsam mit Dustin Thöne die U17 der JSG Handball Köln trainieren.
Mit dieser Verpflichtung setzt die JSG Handball Köln ein klares Zeichen. Nach den ersten erfolgreichen Jahren, wichtigen sportlichen und organisatorischen Meilensteinen und einer enormen Entwicklung in Breite und Leistung will die JSG ihre Strukturen weiter professionalisieren – ohne dabei ihre Identität zu verlieren.
„Jörg wird uns mit seiner Erfahrung auf die nächste Ebene heben“
Sportlich lief es für die JSG in der letzten Saison hervorragend. Mit der Bundesliga-Qualifikation der U19 und der U17 und das Erreichen der höchsten Liga in der C-Jugend sind die hochgesteckten Ziele erreicht worden. Dennoch sehen die Verantwortlichen der JSG jetzt den richtigen Zeitpunkt, sich strategisch zu verstärken und sich nicht auf die erreichten Erfolge auszuruhen:
„Jetzt ist der richtige Moment für den nächsten Schritt“, sagt Eike Weinberg, Vorstand der JSG. „In den vergangenen Jahren wurden viele Aufgaben von vielen engagierten Personen zum Großteil ehrenamtlich übernommen. Andere Aufgaben konnten in der Tiefe schlichtweg noch nicht so ausgefüllt werden, wie es für unsere Ziele notwendig ist. Wenn man dauerhaft erfolgreich sein will und vielen Kindern und Jugendlichen eine bestmögliche Ausbildung bieten möchte, kommt irgendwann der Punkt, an dem man zusätzliche Erfahrung, Struktur und professionelle Kompetenz an Bord holen muss. Ich bin mir sicher, dass Jörg genau der richtige Mann zum richtigen Zeitpunkt ist und uns helfen wird, die nächste Ebene zu erreichen.“
Eine Vita, die für sich spricht
Jörg Bohrmann ist kein Unbekannter in der deutschen Handballlandschaft. Als aktiver Spieler stand er für SG Wallau/Massenheim, TV Niederwürzbach und TuS N-Lübbecke auf dem Feld, wurde deutscher Vizemeister und holte zweimal den Europapokal. Was danach kam, war mindestens genauso bemerkenswert.
Seine Trainerkarriere begann er in den Niederlanden beim Erstligisten HV Sittardia – und gewann dort gleich die holländische B-Jugend-Meisterschaft. Zurück in Deutschland folgten zehn prägende Jahre beim TSV Bayer Dormagen: erst sechs Jahre systematischer Jugendaufbau, dann vier Jahre als Cheftrainer in der 2. Bundesliga. In Dormagen formte Bohrmann eine Generation von Spielern, die heute die Bundesliga prägen – darunter Kentin Mahé, Simon Ernst, Moritz Preuß, Tim Suton. 2012 krönte er diese Arbeit mit der Deutschen B-Jugend-Meisterschaft.
Es folgten Cheftrainer-Stationen in der 2. Bundesliga bei der HG Saarlouis und den Rhein Vikings, ehe er 2020 als Akademieleiter zum VfL Gummersbach wechselte – sein Profil zieht sich dabei wie ein roter Faden durch seine Laufbahn: Talente sehen, Talente fördern und Strukturen schaffen, in denen junge Spieler sich nachhaltig entwickeln können.
„Ich freue mich nach sechs tollen und erfolgreichen Jahren beim VfL Gummersbach riesig auf die neue Aufgabe. Die JSG ist ein tolles, spannendes Projekt, welches sich in kurzer Zeit bemerkenswert entwickelt und bereits bundesweit Beachtung gefunden hat. Ich möchte bei der JSG meine Erfahrung und meine Stärken einbringen und die Trainer in ihrer bisher erfolgreichen Arbeit tatkräftig unterstützen. Es warten eine Menge Aufgaben auf uns und ich blicke voller Vorfreude auf den gemeinsamen Weg“, sagt Jörg Bohrmann.
Ergänzung für die Bundesliga U17
Die Dimension dieses Projekts ist groß – und sie wird nicht kleiner. Die JSG Handball Köln hat sich auf die Fahnen geschrieben, die Basis für Kölner Spitzenhandball zu legen. Köln bietet dafür ein enormes Potenzial: rund 36.000 Grundschülerinnen und Grundschüler, eine wachsende Handballlandschaft und viele Kinder, die früh für diesen Sport begeistert werden können. Die JSG beginnt bereits in der U10 mit gezielter Förderung, bietet Feriencamps an, geht in Kindergärten, baut Schulkooperationen für Frühtraining auf, entwickelt ab der C-Jugend leistungsorientierte Strukturen und verfolgt echte sportliche Visionen.
Zu all diesen Tätigkeiten der JSG kommt im Kinder- und Jugendhandball die fantastische Arbeit der Stammvereine an der Basis hinzu. Der Longericher SC, der MTV Köln, der 1. FC Köln mit ihren engagierten Kräften leisten in ihren Veedelsmannschaften vom Bambini-Alter bis zur A-Jugend unverzichtbare Arbeit. Hinzu kommen Schul-AGs, Feriencamps der Stammvereine und Initiativen wie die neu eingeführte Kölner Grundschulliga, ein Projekt des Longericher SC. All das schafft die Grundlage dafür, dass Kinder in Köln früh mit Handball in Berührung kommen, im Veedel Heimat finden und sich Schritt für Schritt sportlich weiterentwickeln können.
„Wir bohren hier natürlich ein ordentliches Brett“, sagt Markus Pähler, ebenfalls im Vorstand der JSG. „Wir sind Köln. Wenn man in einer Stadt mit diesem Potenzial langfristig etwas bewegen will, braucht es Begeisterung an der Basis, starke Stammvereine, klare Strukturen und Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Genau daran arbeiten wir gemeinsam.“
Für eine einzelne Person ist diese Breite und Tiefe der Aufgaben jedoch nicht mehr zu tragen. Dustin Thöne hat die sportliche Entwicklung der JSG in den vergangenen Jahren maßgeblich mitgeprägt, gleichzeitig möchte er seine eigene Trainerkarriere weiter vorantreiben. Mit Jörg Bohrmann kommt nun ein erfahrener Sportlicher Leiter hinzu, der Aufgaben bündelt, Strukturen weiterentwickelt und Dustin in seiner Entwicklung als Trainer begleiten kann: „Ich freue mich schon sehr auf die gemeinsame Zusammenarbeit mit Jörg. Wir haben mit ihm einen wirklichen Handball-Experten im Leistungssport dazu gewonnen. Ich hoffe, mir viel von seiner Erfahrung abschauen zu können und gemeinsam die JSG Handball Köln auf das nächste Level zu bringen“, sagt Dustin Thöne. Für die JSG entsteht damit nicht nur Entlastung, sondern auch ein sportliches Tandem mit großem Potenzial.
Das „Handball-Startup“ geht den nächsten Schritt
Die Verpflichtung Bohrmanns ist ein weiterer Schritt im Aufbau einer nachhaltigen sportlichen Struktur für den Kölner Jugendhandball. Bohrmann soll künftig die sportliche Leitlinie der JSG weiterentwickeln, die Trainer der JSG begleiten, Spieler individuell fördern, Übergänge zwischen den Altersklassen verbessern und die leistungssportliche Ausbildung ab der C-Jugend weiter schärfen.
Im Zentrum steht dabei ausdrücklich nicht nur die Spitze, sondern die gesamte Entwicklungskette: von den ersten Kontakten mit dem Handball über die U10-Förderung bis hin zum leistungsorientierten Jugendhandball. Die JSG will Kindern und Jugendlichen in Köln eine Umgebung bieten, in der sie früh Freude am Handball entwickeln, langfristig gebunden werden und später unter professionellen Bedingungen ihr Potenzial ausschöpfen können.
„Wir verstehen uns noch immer ein Stück weit als Start-Up“, sagt Weinberg. „Die ersten drei, vier Jahre liegen hinter uns, erste Milestones sind erreicht. Genau jetzt ist der Punkt gekommen, an dem sich die Professionalität noch einmal drehen muss, wenn wir wirklich erfolgreich werden wollen. Dafür braucht es einen Profi an Bord.“
Gleichzeitig betont die JSG, dass Professionalisierung nicht bedeutet, die eigene Kultur zu verändern. Im Gegenteil: Die bestehende Kultur aus Ehrenamt, Lernbereitschaft, Zusammenhalt und echter Begeisterung für Kinder- und Jugendhandball soll erhalten und gestärkt werden.
„Das Schöne bei uns ist: Hier arbeiten Menschen nicht wegen ihres eigenen Egos, sondern für den Erfolg und die Entwicklung vieler Kinder und Jugendlicher“, ergänzt Pähler. „Bei uns geht es nicht darum, wer welchen Titel trägt oder wer vorne steht. Jeder ist bereit, einen Schritt mehr zu gehen, Aufgaben zu übernehmen, auch einmal einen Schritt zurückzutreten, zu lernen und zusammenzuarbeiten. Immer mit dem Wissen: Es geht um das große Ganze. Es geht um die Freude, die Entwicklung und den Erfolg unserer Kinder und Jugendlichen.“
Ein weiterer Aspekt, der die Verantwortlichen der JSG besonders überzeugt, ist Bohrmanns Blick auf Talente. Er steht nicht für starres Schubladendenken, sondern für die Fähigkeit, Potenzial auch dort zu erkennen, wo es nicht sofort in klassische Raster passt. Gleichzeitig soll Bohrmann nicht von außen ein fertiges System überstülpen. Vielmehr geht es darum, gemeinsam mit den bestehenden Verantwortlichen, Trainerinnen und Trainern sowie dem Vorstand die nächsten Schritte zu entwickeln. Die JSG will wachsen, lernen und professioneller werden – aber auf ihre eigene Art.
„Wir haben in den vergangenen Jahren viel aufgebaut. Darauf sind wir stolz“, sagt Markus Pähler. „Aber wir wissen auch, dass wir besser werden müssen, wenn wir unseren eigenen Anspruch erfüllen wollen. Jörg Bohrmann bringt genau die Erfahrung mit, die uns dabei helfen kann. Er hat Jugendliche zu Profis entwickelt, Mannschaften geführt, Akademiestrukturen verantwortet und Handball aus vielen Perspektiven erlebt. Wir freuen uns sehr, dass er diesen Weg mit uns geht.“
„Am Ende geht es bei allem, was wir tun, um die Kinder und Jugendlichen“, fasst Eike Weinberg zusammen. „Wir wollen ihnen die bestmögliche Umgebung bieten, in der sie sich sportlich und persönlich entwickeln können. Mit Jörg Bohrmann machen wir dafür einen großen Schritt nach vorne.“
Wir sagen herzlich Willkommen in Kölle, Jörg! Packen wir es an!





